Deutscher Hotel- und Gaststättenverband Niedersachsen
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Dirk Breuckmann bleibt Präsident des DEHOGA Niedersachsen. Die Delegierten des Landesverbandstages bestätigten den Direktor des Maritim Airport Hotels Hannover heute mit überwältigender Mehrheit in seinem Amt. Auch als Vorsitzender des Ausschusses für Arbeitsmarkt und Tarifpolitik wurde Breuckmann wiedergewählt. Im Ausschuss für Berufsbildung übernimmt künftig Mareike Zägel aus Aurich den Vorsitz. Die bisherige Vorsitzende Nicole Rösler war nicht erneut angetreten.
Neben den turnusmäßigen Wahlen standen die wirtschaftliche Lage des Gastgewerbes und die politischen Rahmenbedingungen für Hotellerie und Gastronomie im Mittelpunkt des Landesverbandstages. Bereits am Montag war Dr. Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus, zu Gast. Im Austausch mit den Delegierten ging es um zentrale Herausforderungen der Branche, notwendige Reformen am Arbeitsmarkt und die künftige Ausrichtung der Tourismusförderung.
Wirtschaftliche Lage: Umsatzrückgänge, hohe Kosten und Bürokratie setzen Betriebe unter Druck
Die aktuelle Konjunkturumfrage des DEHOGA Niedersachsen aus dem September 2026 zeichnet ein deutlich angespanntes Bild. Die befragten Betriebe verzeichneten von Januar bis September 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen durchschnittlichen Rückgang des nominalen Nettoumsatzes um 4,8 Prozent. Auch das Sommergeschäft blieb für viele Unternehmen hinter den Erwartungen zurück: 45,9 Prozent meldeten niedrigere Umsätze als im Vorjahr, während 33,1 Prozent von gleichbleibenden und nur 20,9 Prozent von höheren Umsätzen berichteten.
Hinzu kommt die spürbare Konsumzurückhaltung der Gäste. 76,6 Prozent der befragten Betriebe beobachten, dass ihre Gäste etwas oder deutlich weniger ausgeben als im Vorjahr. Lediglich 2,9 Prozent nehmen höhere Ausgaben wahr.
Die größten Herausforderungen sind die steigenden Kosten: 88 Prozent der Betriebe nennen höhere Personalkosten, 76 Prozent höhere Energiekosten und 71,9 Prozent höhere Warenkosten. Zugleich sehen 66,5 Prozent hohe Bürokratiebelastungen als eine ihrer größten betrieblichen Herausforderungen. Auch die wirtschaftlichen Folgen sind deutlich: 62,9 Prozent berichten von Gewinnrückgängen.
„Unsere jüngste Befragung der Betriebe aus Gastronomie und Beherbergung zeigt, wie groß der wirtschaftliche Druck ist. Die Unternehmen kämpfen gleichzeitig mit steigenden Personal-, Energie- und Warenkosten, zurückhaltenden Gästen und einer hohen bürokratischen Belastung“, ordnet DEHOGA-Hauptgeschäftsführer Mark Alexander Krack die Ergebnisse ein.
Die Betriebe können die Kostensteigerungen zudem nur begrenzt weitergeben. 45,6 Prozent der Befragten geben an, gestiegene Kosten kaum über ihre Preise ausgleichen zu können. Weitere 12,9 Prozent können dies überhaupt nicht. Lediglich 4,1 Prozent gelingt eine vollständige Weitergabe.
Die Ergebnisse unterstreichen aus Sicht des Verbandes den dringenden Handlungsbedarf. Die Betriebe benötigen verlässliche Rahmenbedingungen, mehr unternehmerische Freiräume und spürbare Entlastungen, um Arbeitsplätze zu sichern, Investitionen zu ermöglichen und weiterhin attraktive Gastgeber für Niedersachsen zu sein.
Minijobs erhalten – Beschäftigung bezahlbar halten
Ein zentrales Thema des politischen Austauschs war die Zukunft der Minijobs. Für das Gastgewerbe sind sie ein wichtiger Bestandteil der Personalplanung, insbesondere für Einsätze am Abend, an Wochenenden und bei Veranstaltungen. Gleichzeitig drohen weitere Belastungen durch steigende Arbeitgeberabgaben und mögliche zusätzliche steuerliche sowie sozialversicherungsrechtliche Änderungen.
Wie sensibel die Betriebe auf weitere Lohnkostensteigerungen reagieren, zeigt auch die aktuelle DEHOGA-Umfrage: 71 Prozent der Befragten rechnen angesichts der zum 1. Januar 2027 beschlossenen Mindestlohnerhöhung auf 14,60 Euro mit höheren Preisen. 33,7 Prozent erwägen eine Reduzierung ihres Mitarbeiterstamms, jeweils 28,4 Prozent eine Verringerung des Angebots oder eine Einschränkung der Öffnungszeiten. 4,1 Prozent sehen sogar eine Betriebsschließung als mögliche Folge.
Der DEHOGA setzt sich deshalb mit Nachdruck dafür ein, Minijobs als flexible Beschäftigungsform zu erhalten und bezahlbar zu halten. Zusätzliche Kosten dürfen nicht dazu führen, dass Betriebe ihr Angebot einschränken oder Beschäftigungsmöglichkeiten verloren gehen. Der Verband fordert eine Gesamtbetrachtung aller geplanten und bereits beschlossenen Belastungen sowie politische Entscheidungen, die die praktische Bedeutung der Minijobs für Unternehmen und Beschäftigte berücksichtigen.
Arbeitszeit flexibilisieren – mehr Spielraum für Betriebe und Beschäftigte
Auch die angekündigte Reform des Arbeitszeitgesetzes stand auf der Agenda. Der DEHOGA fordert eine Abkehr von der täglichen Höchstarbeitszeit zugunsten einer praxistauglichen Wochenarbeitszeit. Entscheidend ist, dass die Arbeitszeit innerhalb einer Woche flexibler verteilt werden kann, ohne die geltenden Schutzstandards für Beschäftigte infrage zu stellen.
Gerade in Hotellerie und Gastronomie schwankt der Personalbedarf je nach Wochentag, Saison, Veranstaltung und Gästeaufkommen erheblich. Eine moderne Arbeitszeitregelung muss diese Realität abbilden und zugleich den Wünschen der Beschäftigten nach einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben Rechnung tragen. Die Flexibilisierung darf dabei nicht auf tarifgebundene Unternehmen beschränkt werden, sondern muss allen Betrieben offenstehen.
„Wir beobachten derzeit die Rückmeldung aus den Betrieben unseres Wirtschaftsbereichs, dass Verunsicherung und wenig Planbarkeit hinsichtlich gesetzgeberischer Aktivitäten besteht. Das zeigt sich bei auch für unsere Branche so wichtigen Fragestellungen wie der Arbeitszeitflexibilisierung und den Minijobs. Entscheidungen ziehen sich hin und wichtige Weichenstellungen für die Wirtschaft in angespannten Zeiten werden verzögert“, beklagt DEHOGA-Präsident Dirk Breuckmann einen Zustand, den er nicht nur von Kolleginnen und Kollegen der Branche, sondern auch von Gästen gespiegelt bekommt.
Tourismusförderung: Bund und Land müssen an einem Strang ziehen
Ein weiterer Schwerpunkt war die Tourismusförderung. Sowohl die Nationale Tourismusstrategie des Bundes als auch die derzeit in Entwicklung befindliche Tourismusstrategie des Landes Niedersachsen bieten die Chance, die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Der DEHOGA begrüßt die strategische Ausrichtung, erwartet nun aber eine konsequente Umsetzung in konkreten Maßnahmen.
Wichtig ist aus Sicht des Verbandes, dass Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene sinnvoll ineinandergreifen. Statt kleinteiliger Einzelmaßnahmen braucht es tragfähige Konzepte, die Kooperationen ermöglichen und überregionale Strukturen stärken. Touristische Akteure sollten stärker in größeren Zusammenhängen denken und gemeinsam an der Entwicklung attraktiver Destinationen arbeiten können.
Dabei geht es nicht allein um die Förderung einzelner Projekte, sondern um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandortes Niedersachsen. Hotellerie und Gastronomie sind zentrale Leistungsträger entlang der touristischen Wertschöpfungskette. Ihre wirtschaftliche Stärke wirkt weit über die einzelnen Betriebe hinaus – in den Einzelhandel, das Handwerk, die Kultur und insbesondere in die ländlichen Räume.
Der DEHOGA erwartet deshalb, dass die politischen Entscheidungsträger auf Bundes- und Landesebene die Strategien aufeinander abstimmen, Fördermittel zielgerichtet einsetzen und die Branche frühzeitig in die Umsetzung einbinden.
Klare Erwartungen an die Politik
Der Landesverbandstag in Hildesheim hat deutlich gemacht, wie eng die wirtschaftliche Entwicklung des Gastgewerbes mit politischen Entscheidungen verknüpft ist. Ob bei Arbeitszeitregelungen, der Ausgestaltung der Minijobs oder der Tourismusförderung: Die Unternehmen brauchen verlässliche Perspektiven und Entscheidungen, die ihre betrieblichen Realitäten berücksichtigen.
Der DEHOGA Niedersachsen wird sich weiterhin auf Landes- und Bundesebene für bessere Rahmenbedingungen einsetzen. Ziel ist es, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Branche zu stärken, Beschäftigung zu sichern und die Bedeutung von Hotellerie und Gastronomie als Wirtschafts- und Standortfaktor sichtbar zu machen.
Der DEHOGA Niedersachsen ist der Unternehmerverband des Gastgewerbes mit knapp 5.000 Mitgliedern, davon über 1.300 Ausbildungsbetriebe. Er macht Branchenpolitik und vertritt die Interessen seiner Mitglieder aus Hotellerie und Gastronomie. Der DEHOGA Niedersachsen ist in acht Bezirksverbände gegliedert, die in rund 60 Kreis- und Ortsverbände unterteilt sind.
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Ansprechpartner für die Presse:
Mark Alexander Krack, Hauptgeschäftsführer
DEHOGA Niedersachsen
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Diese und weitere Fotos des DEHOGA-Landesverbandstags 2026 gibt es in der Bildergalerie.